Nadine Graßmel & Annemarie Wolff | 27. März 2026

Teenie-Disco in Falkenberg: Jugendliche in ländlichen Räumen brauchen sichere Orte zum Feiern – keine Bühne für rassistische Parolen!

In einer Diskothek in Falkenberg haben Kinder und Jugendliche ab elf Jahren zu einem bekannten Popsong eine rassistische Parole skandiert. Rechtsextreme Codes und rassistische Parolen sind in großen Teilen der Jugendkultur angekommen. Das muss benannt werden, ohne die Jugendlichen abzuschreiben.

Nadine Graßmel: „Wer Räume für Kinder und Jugendliche öffnet, muss auf solche Situationen vorbereitet sein: mit klaren Handlungskonzepten, geschultem Personal und dem Willen, konsequent einzuschreiten. Der Schutz von Minderjährigen ist nicht optional.

Erschütternd an dem Vorfall ist nicht nur, was Kinder und Jugendliche dort gerufen haben, sondern wie lange Erwachsene zugeschaut haben. Veranstalter, Personal und Aufsichtspersonen tragen gegenüber jungen Menschen eine besondere Verantwortung.“

Annemarie Wolff: „Falkenberg ist kein Einzelfall, sondern Symptom. Die Zahl rechtsextremer Vorfälle an Brandenburger Schulen hat sich zuletzt verfünffacht. Darauf braucht es strukturelle Antworten: Gute Angebote für offene und mobile Jugendarbeit im ländlichen Raum, verbindliche Schutzkonzepte für Jugendveranstaltungen und eine stärkere politische Bildung – in und außerhalb unserer Schulen.

Junge Menschen aus rechten Milieus herauszuholen bedeutet, sie nicht aufzugeben. Das erfordert Haltung! Ebenso klar ist: Die Antwort darf nicht sein, Jugendpartys im ländlichen Raum einzuschränken. Gerade dort brauchen junge Menschen Orte, an denen sie zusammenkommen und feiern können.“