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Aktuelles
Keine Berliner Alleingänge beim BER: Anwohnerschutz hat Vorrang
Der Flughafen Berlin Brandenburg (BER) hat das Verkehrsaufkommen von vor der Pandemie bislang noch nicht wieder erreicht. Umso irritierender ist es, dass Berlins Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) öffentlich bereits über eine dritte Start- und Landebahn sowie eine Aufweichung des Nachtflugverbots spricht.
Der Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Brandenburg für den Flughafen BER, Ludwig Scheetz, weist diese Forderungen entschieden zurück: „Wer jetzt eine dritte Start- und Landebahn fordert, ignoriert die Realität am BER – und nimmt in Kauf, dass die Belastungen für die Menschen in Brandenburg weiter steigen. Eine zusätzliche Start- und Landebahn ist aktuell überhaupt nicht nötig. Der Fokus muss auf der wirtschaftlichen Stabilisierung, einer höheren Auslastung und besseren Continental-Verbindungen liegen.“
Scheetz kritisiert, dass aus Berlin regelmäßig neue Forderungen erhoben werden, ohne die Folgen für das Brandenburger Umland ernsthaft mitzudenken: „Berlin profitiert vom Flughafen – aber die Lärm- und Verkehrsbelastung tragen vor allem die Anwohnerinnen und Anwohner in Brandenburg. Wer Partnerschaft ernst meint, handelt nicht per Interview auf Zuruf, sondern stimmt sich mit Brandenburg ab und respektiert die Interessen der Region.“
Besonders deutlich weist Scheetz den Vorstoß zurück, das Nachtflugverbot anzutasten: „Das Nachtflugverbot ist ein Kernstück des Anwohnerschutzes. Wer es aufweichen will, greift direkt in den Gesundheitsschutz der Menschen ein. Für uns ist klar: Mit der SPD-Fraktion Brandenburg wird es hier keine Abweichungen geben.“
Der BER brauche Verlässlichkeit und Vertrauen in der Region, so Scheetz weiter: „Akzeptanz entsteht durch Schutz, Transparenz und Beteiligung – nicht durch Vorstöße aus Berlin, die Vertrauen verspielen. Der BER ist ein gemeinsamer Flughafen. Deshalb erwarten wir von Berlin, dass es Verantwortung nicht nur beim Nutzen, sondern auch bei den Belastungen übernimmt.“
Bilanz nach einem Jahr Sonderausschuss Bürokratieabbau: „Brandenburg einfacher machen“
Ein Jahr nach seiner Konstituierung zieht der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion und Vorsitzende des Sonderausschusses Bürokratieabbau, Marcel Penquitt, eine klare Zwischenbilanz: „Wir machen Brandenburg einfacher.“
Der Sonderausschuss, der am 17. Januar 2025 seine Arbeit aufgenommen hat, versteht sich nicht als weiteres Gremium für Absichtserklärungen, sondern als parlamentarisches Werkzeug. Ziel ist es, Verwaltungsballast abzubauen, Entscheidungen zu beschleunigen und mehr Vertrauen in diejenigen zu setzen, die im Land Wertschöpfung schaffen oder öffentliche Aufgaben erfüllen.
Marcel Penquitt betont: „Wir lassen nicht verwalten, wir steuern. Und wenn Vorschläge aus der Praxis versanden, haken wir nach. Das Parlament kann mehr als nur kontrollieren – es kann gestalten, und wir gestalten druckvoll.“
Praxis statt Papiere – ein Ausschuss, der Druck macht
Der Sonderausschuss hat bewusst einen anderen Weg eingeschlagen: Statt sich vor allem auf Expertisen aus den Ministerien zu stützen, wurden Handwerk, Industrie, Handel, Landwirtschaft und Kommunen systematisch eingebunden – nicht als gelegentliche Gäste, sondern als zentrale Impulsgeber. So kommen die Anstöße für Vereinfachungen direkt aus der Praxis.
Wirtschaft entlastet – Regeln vereinfacht
Besonders sichtbar werden die Fortschritte im wirtschaftlichen Bereich. Auf Initiative der SPD wurde im ersten Arbeitsjahr die Entlastung der Brandenburger Wirtschaft in den Mittelpunkt gestellt. Ziel war es, Unternehmen und Selbstständige schnell und spürbar zu entlasten – mit Erfolg.
Ein entscheidender Schritt war die deutliche Anhebung der Wertgrenzen im Vergaberecht: Bau-, Liefer- und Dienstleistungen können inzwischen bis zu 100.000 Euro netto direkt beauftragt werden. Das beschleunigt Verfahren deutlich, reduziert Nachweis- und Dokumentationspflichten und entlastet sowohl Unternehmen als auch Verwaltungen. Weitere Vereinfachungen bei Verfahren unterhalb der EU-Schwellenwerte sind auf den Weg gebracht. Auch Förderverfahren, Statistikpflichten sowie Planungs- und Genehmigungsprozesse wurden entschlackt – mit dem klaren Ziel: weniger Bürokratie, mehr wirtschaftliche Dynamik.
Penquitt unterstreicht: „Es war der ausdrückliche politische Wille der SPD, die Wirtschaft zuerst zu entlasten. Wenn Unternehmen schneller investieren, einstellen und arbeiten können, stärkt das ganz Brandenburg. Bürokratie darf nicht länger Wachstumsbremse sein. Ich fordere unsere Kommunen und Landkreise auf, diese vereinfachten Regeln entschlossen umzusetzen. Bürokratieabbau muss über alle Ebenen hinweg konsequent betrieben werden.“
Erstes Gesetz – konkrete Erleichterungen für Landwirtschaft und Kommunen
Ein weiterer Schwerpunkt der Ausschussarbeit lag im Bereich Landwirtschaft. Bereits zur Jahreshälfte 2025 – nur wenige Monate nach Beginn der Arbeit – konnte auf Grundlage der Beratungen ein umfassendes Artikelgesetz vorgelegt werden. Dieses Gesetz bringt spürbare Erleichterungen insbesondere im Natur-, Umwelt- und Landwirtschaftsrecht. Genehmigungsprozesse, etwa beim Bau oder bei der Sanierung von Hochwasserschutzanlagen, wurden stark vereinfacht, indem aufwendige Planfeststellungs- und Plangenehmigungsverfahren entfallen. Zudem wurden Berichtspflichten reduziert, Bauvorhaben in Landschaftsschutzgebieten erleichtert und die kommunale Selbstverwaltung gestärkt.
Der Ausblick: Jetzt geht es in die Breite
Die Arbeit des Sonderausschusses ist nicht abgeschlossen, sie tritt nun in eine neue Phase ein. Für das Jahr 2026 nimmt der Ausschuss weitere Bereiche in den Fokus – darunter Gesundheitswesen, Ehrenamt, Gastronomie, Tourismus, Justiz und kommunale Verfahren.
Penquitt abschließend: „Bürokratieabbau ist kein Sprint. Aber Brandenburg hat endlich angefangen zu laufen – und wir bleiben konsequent in Bewegung. Unser Anspruch ist klar: Regeln dort vereinfachen, wo sie Menschen und Unternehmen ausbremsen, ohne die notwendigen Schutzstandards aufzugeben. So machen wir Brandenburg Schritt für Schritt einfacher.“
Bundestag beschließt Senkung der Umsatzsteuer in der Gastronomie – CDU im Bundesrat muss nun ebenfalls den Weg freimachen
Zum heutigen Beschluss des Steueränderungsgesetzes 2025 durch den Deutschen Bundestag erklärt Kurt Fischer, Sprecher für die Tourismuswirtschaft der SPD-Landtagsfraktion: „Die geplante Senkung der Umsatzsteuer für Speisen in der Gastronomie zum 1. Januar 2026 hat heute eine zentrale Hürde genommen. Jetzt braucht es auch im Bundesrat eine klare Mehrheit für diesen wichtigen Impuls – für unsere Gastronomie und die gesamte Tourismuswirtschaft.
Die Brandenburger Landesregierung hat frühzeitig deutlich gemacht: Auch wenn die Maßnahme spürbare Mindereinnahmen bedeutet, unterstützt sie die Steuersenkung ausdrücklich und ist bereit, ihren Beitrag zu leisten. Bereits im März dieses Jahres haben wir als Parlamentarier im Landtag klar hinter der avisieren Entlastung gestanden. Derzeit jedoch stellen sich die CDU-geführten Länder im Bundesrat noch quer. Ich hoffe sehr, dass es hier bis zur nächsten Sitzung des Bundesrates zu einer deutlichen Bewegung kommt.
Unsere Gastronomie wartet dringend auf diese Entscheidung. Sie ist zugesagt, eingeplant und notwendig. Es ist eine Frage der Verlässlichkeit, dass dieser Impuls zur Stärkung der Tourismuswirtschaft und zur Entlastung unserer gastronomischen Betriebe wie geplant zum Jahresbeginn umgesetzt wird.“
Grundwasser muss sauber sein – rechtliche Regelungen müssen auf die Ursache abzielen
„Grundwasser muss so sauber wie möglich sein, und Einträge in das Grundwasser sind so gering wie möglich zu halten. Oberste Prämisse muss es daher sein, vorhandene Einträge nach dem Verursacherprinzip zu bewerten.“
Diese Feststellung trafen die agrarpolitischen Sprecher der SPD-BSW-Koalition, Johannes Funke und Gunnar Lehmann, nach einem Fachgespräch im Ausschuss für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz zur Neuausweisung der nitratbelasteten Gebiete im Land Brandenburg.
Daher fordert der Agrarausschuss das fachlich zuständige Ministerium auf, gegenüber dem Bund unverzüglich für eine Neuregelung der Gebietsausweisung für nitratbelastete Gebiete einzutreten. Konkret gefordert werden dabei:
• Das Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg wird aufgefordert, sich beim Bund dafür einzusetzen, zeitnah eine sichere Rechtsgrundlage zur Ausweisung „Roter Gebiete“ zu schaffen.
• Die Anerkennung gewässerschonender Bewirtschaftungsformen von landwirtschaftlichen Nutzflächen und anderer betrieblicher Maßnahmen soll hinsichtlich ihrer Wirkung auf das Grundwasser Berücksichtigung finden. Gezielte Einzelmaßnahmen müssen den Landwirten die Möglichkeit geben, eine Exit-Strategie zu realisieren, um aus einem „Roten Gebiet“ herauszukommen.
• Es sind die rechtlichen Grundlagen für ein Monitoring zu schaffen, um verbesserte Datengrundlagen zu ermöglichen.
• Realitätsnahe Regelungen zur Gewährleistung von Verursachergerechtigkeit sind zu schaffen, um den tatsächlichen Einfluss der Landwirtschaft und anderer Eintragsquellen auf die Nitratbelastung von Grundwasserkörpern abzubilden.
• Die berufsständischen Verbände sind frühzeitig und umfassend in den Prozess der Neuabgrenzung einzubeziehen.
Die Diskussion um die Ausweisung der „Roten Gebiete“ hat durch ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig vom 8. Oktober 2025 den Handlungsdruck auf den Bund deutlich erhöht. Mit der höchstrichterlichen Entscheidung ist eine neue bundesgesetzliche Regelung erforderlich, auf der länderspezifische Verordnungen rechtssicher aufbauen können. Als anzuhörende Experten haben im Landtag Henrik Wendorff (Forum Natur Brandenburg), Prof. Dr. Dr. Frank Eulenstein (Sachverständiger), Dr. Konrad Asemissen (Anwalt) und Elard von Gottberg (Landwirt) ausgesagt.
Brandenburg darf niemanden ausbremsen
Zum Welttag der Menschen mit Behinderungen macht die Sprecherin für Menschen mit Behinderung, Sina Schönbrunn, deutlich, dass echte Teilhabe in Brandenburg noch immer viel zu oft an Alltäglichem scheitert:
„In Brandenburg scheitert Teilhabe oft an ganz banalen Dingen. Und genau das macht mich manchmal fassungslos. Ein kaputter Aufzug am Bahnhof bedeutet für Menschen im Rollstuhl: kein Arzttermin, kein Job, kein Alltag. Nicht abgesenkte Bordsteine heißt für Gehbehinderte: Umwege, Stürze, Abhängigkeit. Und Rücksichtslosigkeit und Ellbogen im Supermarkt machen jeden Einkauf zur Demütigung.
Das sind keine Kleinigkeiten, das sind handfeste Barrieren. Wir müssen uns ehrlich machen: Inklusion scheitert oft nicht am Geld, sondern am Willen.
Ich setze mich dafür ein, dass Infrastruktur verlässlich funktioniert – nicht nur in den Städten, auch auf dem Land. Dass Gemeinden barrierefreie Wege ernst nehmen, anstatt sie wegzudiskutieren. Und dass Respekt und Rücksicht wieder zur Grundausstattung unseres Miteinanders gehören.
Brandenburg darf niemanden ausbremsen. Nicht an einer Stufe, nicht an einer Tür, nicht an einer Haltung.“
Die SPD-Landtagsfraktion unterstreicht: Barrierefreiheit ist kein „Nice-to-have“, sondern Voraussetzung für gleichberechtigte Teilhabe. Öffentliche Infrastruktur, Kommunen und Landespolitik tragen gemeinsam Verantwortung dafür, dass Menschen mit Behinderungen ihren Alltag selbstbestimmt leben können – in ganz Brandenburg.
Hinschauen, schützen, handeln: Kinderschutzambulanz für Potsdam und das Land
Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Nadine Graßmel und der innenpolitische Sprecher Uwe Adler begrüßen ausdrücklich die Entscheidung zur Einrichtung einer interdisziplinären Kinderschutzambulanz im April 2026 in Potsdam.
Durch die neu gegründete „Landesarbeitsgemeinschaft KIA“ erhält das gesellschaftlich dringende Thema Kinderschutz eine noch deutlichere Priorität. Dies wird gestützt durch das weitergehende Vorhaben, im Jahr 2026 in Eberswalde, Lauchhammer und Neuruppin drei weitere KIA einzurichten.
„Es ist ein starkes Signal, dass hier noch vor einer weiteren politischen Befassung im Landtag Brandenburgs eine Entscheidung herbeigeführt wird. Unsere langjährige, intensive Beschäftigung mit diesem Thema zeigt Wirkung: Beharrliches politisches Engagement und das Bewusstsein um die gesellschaftliche Bedeutung dieses Themas können konkrete Verbesserungen für Kinder und Jugendliche in Brandenburg erreichen“, so Adler.
Die Ambulanz wird Kinder und Jugendliche, die von Gewalt oder Vernachlässigung betroffen sind, medizinisch und psychologisch betreuen und damit einen zentralen Anlaufpunkt für den Kinderschutz in Potsdam und – perspektivisch – an drei weiteren Standorten im Land Brandenburg schaffen.
„Dieser Schritt macht deutlich, dass eine gemeinsame und konstruktive Arbeit von Fachkräften und Politik Früchte trägt. Es ist ermutigend zu sehen, dass unsere politische Initiative auf diese Weise zum Erfolg führen kann und Kindern zukünftig hoffentlich eine echte Unterstützung bietet“, so Graßmel.
PRESSEKONTAKT
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Mit aktuellen Pressemitteilungen, regelmäßigen Pressekonferenzen und der Vermittlung von Interviewpartnerinnen und -partnern halten wir Sie stets umfassend über unsere politische Arbeit auf dem Laufenden. Für Ihre Anfragen wenden Sie sich gerne direkt an unsere Pressesprecherin.
Pressesprecherin der Fraktion: Katja Schneider

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